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Feature15. Juni 2026

Der KI-Parameter-Assistent in labcomplete®

Ärzt:innen geben eine Fragestellung oder Symptome ein und erhalten passende Laborparameter — auf Basis von medizinischem Kontext, Anforderungshistorie und Verrechnungsregeln. Die Auswahl bleibt immer bei der Ärztin oder dem Arzt.

Alexander Gassner
Alexander Gassner
Software & Cloud Architect
Der KI-Parameter-Assistent in labcomplete®

Neu in labcomplete®: ein KI-gestützter Parameter-Assistent. Er schlägt bei der Laboranforderung passende Parameter vor — basierend auf medizinischem Kontext, Anforderungshistorie und Verrechnungsregeln. Was die neue Funktion leistet, wo ihre Grenzen liegen und wie wir sie umgesetzt haben.

Die Ausgangslage

Bei einer Laboranforderung wählen Ärzt:innen aus hunderten (oft sogar aus mehr als tausend) Parametern. Welche davon sinnvoll sind, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Alter, Geschlecht und Fachgebiet
  • Versicherungsstatus — nicht jeder Parameter ist bei jeder Kasse abrechenbar
  • Anforderungshistorie der letzten Monate
  • Verfügbares Probenmaterial — bei Nachforderungen können nur bestimmte Parameter auf der bestehenden Probe laufen

Dazu kommen Verrechnungsregeln und Parameterunverträglichkeiten. Bei der Vielzahl an Parametern und ihren oft kryptischen Kürzeln ist häufig unklar, was das Labor überhaupt anbietet und welche Werte zur Fragestellung passen. Dieses Wissen lag bisher vor allem bei erfahrenen Labormitarbeiter:innen.

So funktioniert der Assistent

Die Ärztin oder der Arzt beschreibt die medizinische Fragestellung oder Symptome in eigenen Worten — wie im Gespräch mit einem Menschen. Aus einer Eingabe wie Verdacht auf Eisenmangel und Schilddrüsenfunktionsstörung erstellt das System passende Parametervorschläge: Ferritin und Transferrin für die Eisenfrage, TSH (bei Auffälligkeit fT3, fT4, TPO-AK) für die Schilddrüse. Bei Bedarf kann man nachfragen und mit dem Assistenten weiterchatten — etwa um die Auswahl zu präzisieren oder weitere Symptome zu ergänzen.

Zu jedem Vorschlag liefert das System eine kurze Begründung: welcher Parameter, warum er relevant ist und was er misst. Der Assistent ist direkt in die Anforderungsoberfläche integriert, schlägt in Echtzeit vor (so wie ChatGPT) und berücksichtigt den Kontext der aktuellen Anforderung. Er kennt alle verfügbaren Laborparameter inklusive Synonyme und Verrechnungsregeln — und, wenn die Probe es verlangt, auch die passenden Lokalisationen.

Die Entscheidung bleibt ärztlich

Der Assistent ist kein Medizinprodukt. Er stellt keine Diagnosen und trifft keine medizinischen Entscheidungen — er schlägt Parameter vor, die finale Auswahl liegt immer bei der Ärztin oder dem Arzt.

Das System ist strikt auf Parametervorschläge beschränkt. Fragen außerhalb dieses Rahmens — z.B. Hat der Patient Diabetes? — werden abgewiesen.

Der Assistent hilft Ärzt:innen herauszufinden, welche Parameter das Labor zu einer gewissen Fragestellung anbietet.

Datenschutz als Architekturprinzip

An das KI-Sprachmodell (sozusagen das Gehirn des Assistenten) werden keine personenbezogenen Daten übermittelt — kein Name, keine Sozialversicherungsnummer, keine Adresse. Das Modell erhält ausschließlich anonymisierte Kontextdaten: Alter, Geschlecht und Versicherungsstatus.

Sämtliche Patientendaten verbleiben auf unserer Infrastruktur in Österreich und werden zu keinem Zeitpunkt an den KI-Anbieter gesendet. Die gesamte KI-Kommunikation läuft ausschließlich über EU-Infrastruktur.

Verlässlichkeit und Qualitätssicherung

Damit die Vorschläge verlässlich sind, war die Wahl des Sprachmodells die Entscheidung mit dem größten Einfluss. Wir haben verschiedene Modelle systematisch evaluiert und uns für eines entschieden, das keine Parameternamen erfindet (Halluzinationen), den medizinischen Kontext zuverlässig berücksichtigt und strukturierte, überprüfbare Ergebnisse liefert.

Eine automatisierte Prüf-Pipeline kontrolliert die Vorschläge laufend: definierte Testszenarien mit erwarteten Ergebnissen, automatische Tests gegen den Live-Betrieb und ein zweites Modell, das die Qualität bewertet. Jede Änderung am System wird gegen diese Tests geprüft, bevor sie zu den Anwender:innen gelangt.

Was das für Labore bedeutet

Grundlage des Assistenten sind die Parameterdaten des jeweiligen Labors — Beschreibungen, Verfügbarkeiten, Synonyme und Verrechnungsregeln. Damit wird das Wissen des Labors für zuweisende Ärzt:innen unmittelbar nutzbar: präzisere Anforderungen mit weniger Fehlern und weniger Rückfragen.

Verfügbarkeit

Die neue Funktion ist in labcomplete® integriert und startet jetzt — schrittweise ausgerollt, zuerst an ausgewählte Tester:innen, dann an weitere Zuweiser:innen. Eine Installation vor Ort ist nicht nötig; die Funktion steht in der Applikation automatisch bereit und kann bei Bedarf einfach aktiviert werden.

Kontakt

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Sie möchten labcomplete® kennenlernen, haben eine technische Frage oder wollen Ihr Labor anbinden? Auch über Feedback freuen wir uns. Wir melden uns persönlich.

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